Wikingermarkt in Jork

Wikingertage im Alten Land

Jedes Jahr im Mai erobern fast 500 Wikinger das Alte Land. Ihre rund 200 Zelte schlagen sie um eine historische Ringburg mit Holzpalisade auf, die einst eigens für die Wikingertage Jork errichtet wurde. Die Festwiese am Yachthafen in Jork-Neuenschleuse verwandelt sich für vier Tage in ein echtes Wikingerdorf. Authentisch gekleidet wie Wikinger in der Ära um 1.000 n. Chr. gehen die Nordmänner und -frauen ihrem frühmittelalterlichen Alltag nach. Damit begeistern sie jedes Jahr tausende von Besuchern.

Neben Wikingern aus Deutschland stammen die Darsteller im Wikingerdorf aus aller Herren Länder. Sie kommen aus Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark, England, Polen, Frankreich, Russland, Slowenien, Tschechien und manchmal sogar aus den USA. Mittlerweile ist der Wikingermarkt in Jork einer der größten Frühmittelaltermärkte in Europa.

Buntes Markt- und Lagertreiben

Händler und Seefahrer, manchmal sogar aus dem fernen Orient angereist, bieten auf dem Wikingermarkt in Jork ihre oft selbst gefertigten Schmuckstücke, Trinkhörner, Wikingerhelme, Kettenhemden, Felle, Kleidung, historische Waffen und Werkzeuge feil. Geschickte Handwerker führen ihre Gewerke wie zum Beispiel Schmiedearbeiten vor und erklären die althergebrachten Techniken. Sklaven werden verschachert, Ziegen grasen in einem Gehege. Der Geruch von vielen Lagerfeuern liegt in der Luft. Alles soll möglichst authentisch sein. Fragen sind dabei vom Wikingervolk ausdrücklich erwünscht! Die Darsteller vor Ort werden alle beantworten – unter anderem auch die, weshalb Wikingerhelme in Wirklichkeit gar keine Hörner hatten.

Kinder werden das Wikingerleben lieben

Für Kinder ist der Wikingermarkt in Jork ein großartiges Mittelalter-Abenteuer! Sie können Ponyreiten oder Schifffahren oder sich beim Bogenschießen mit dem traditionellen Langbogen ausprobieren. Zwischendurch wird ein Stockbrot über einem offenen Feuer geröstet. Dann geht es weiter auf die Drachenboote, mit denen Familien das alte Hafenbecken entdecken können. Die etwas größeren Wikinger dürfen sich auch noch im Armbrustschießen und Axtwerfen versuchen. Für Kinder bis Schwertmaß (ca. 90cm) ist der Eintritt frei.

Rauhes Wikingerleben: Kämpfe Mann gegen Mann

Ein von Groß und Klein besonders heiß erwarteter Höhepunkt auf dem Wikingermarkt Jork ist das Spektakel rund um die Kampfvorstellungen: Grimmig dreinschauende Männer, mit langen wilden Bärten und zum Teil mit kriegerischen Tätowierungen, stehen sich als Gegner Auge in Auge gegenüber. Auf ein Zeichen hin stürmen sie mit viel Gebrüll ins inszenierte Schlachtgetümmel. Wie vor 1.000 Jahren werden Äxte und Schwerter geschwungen. Authentische Schilde, Lederrüstungen, Kettenhemde und Wikingerhelme schützen vor den Attacken des Gegners. Die Luft ist erfüllt vom Klirren und Krachen der aufeinanderschlagenden Waffen, vom Brüllen und Schnaufen der schwitzenden Nordmänner. Wenn der Kampf schließlich zu Ende ist, verlassen die Sieger jubelnd das Schlachtfeld. Zum Glück ist alles nur gespielt, was der Zuschauer dank der überzeugenden Darsteller auch mal schnell vergisst.

Essen, Trinken und Feiern wie die Wikinger

Kulinarisches gibt es auf dem Wikingermarkt in Jork ebenfalls viel zu entdecken. Wobei die harten Nordmänner und ihre Familien offenbar vor allem eines bevorzugen: Fleisch, Burger, Wild und Wurst – oft in Bioqualität. Im Unterschied zu den historischen Vorbildern, von denen es heißt, dass sie beim Essenkochen eher keine Heldentaten vollbrachten, legen die modernen Wikinger Wert auf schmackhafte Mahlzeiten. Die frühmittelalterlichen Nordeuropäer ernährten sich dagegen hauptsächlich von Getreidebrei.

Wikinger sind für ihre wilden Trinkgelage berüchtigt. Um einen geschmacklichen Eindruck von den gängigsten Getränken zu erhalten, können Gäste auf dem Wikingerfest in Jork Met, den berühmten Honigwein, und Wikingerbier probieren.

Im Gegensatz zum gängigen Vorurteil waren die Wikinger keine kulturfernen Barbaren. Unter ihnen gab es erstaunlich wenige Analphabeten, wie Runeninschriften selbst in bäuerlichen Anwesen bezeugen. Und sie liebten Musik. Wikinger-Bands mit ihren historischen Instrumenten sorgen daher auch heutzutage auf dem Wikingermarkt in Jork für ausgelassene Stimmung.

Authentisches Wikingerleben des Frühmittelalters

Die authentische Darstellung des Wikingerlebens vor rund 1.000 Jahren liegt dem Veranstalter, der Wikingergesellschaft Jork, ganz besonders am Herzen.

Historische Wirklichkeit: Der hohe Anspruch der Wikingergesellschaft Jork

Waffen, Werkzeuge und Kleidung entsprechen in Stil und Machart dem, was Wikinger, Slawen, Normannen und Sachsen im 7. bis 11. Jahrhundert tatsächlich getragen haben. Ein historisches Kostüm kann dabei schon mal 35 Kilo wiegen. In die Szene der Wikinger-Zeitperiode des nordeuropäischen Raumes passen übrigens auch orientalische Händler und Sklaven, denen der Besucher auf dem Wikingermarkt daher durchaus begegnen kann.

Kein Platz für Elfen und Drachen

Wer sich als Wikinger auf dem Gelände der Wikingertage bewegen will, ob als Darsteller oder Besucher, sollte sich genaustens an die vom Veranstalter geforderte historische Kleiderordnung halten. Um den Markt nicht in der authentischen Darstellung zu verfälschen, behält sich die Wikingergesellschaft Jork nämlich vor, gewandete Personen in Fantasie- oder historisch inkorrekter Kleidung abzuweisen (dies gilt nicht für Kinder). Elfen und Drachen sucht man daher vergebens. Nicht authentisch sind im Übrigen auch Wikingerhelme mit Hörnern, die es so in der Zeit gar nicht gegeben hat. Und warum das so ist, erklärt Ihnen gerne der Wikinger Ihres Vertrauens auf den Wikingertagen.

Harte Arbeit und viel Liebe zu historischen Details

Um die Besucher noch realistischer auf die Zeitreise mitzunehmen, schüttete die Wikingergesellschaft Jork vor einigen Jahren in etlichen Stunden Arbeit einen Ringwall auf und schlug Baumstämme für eine Ringburg in den Boden. Die Ringburg beeindruckt heute mit einem Durchmesser von 30 Meter und einer Höhe von ca. 2,50 Meter. Die Wikinger errichteten zudem ein neues Bootsgrab mit dicken Findlingen, bauten einen größeren Schiffsanleger und hoben einen neuen Entwässerungsgraben aus.