Der Lühe-Anleger

Auf die andere Elbseite schippern – der Lühe-Anleger ist ein Startpunkt: Von Lühe im Alten Land nach Wedel in Schleswig-Holstein und von Wedel nach Lühe. Die Lühe-Schulau-Fähre transportiert ihre Gäste hin und her. Rund 25 Minuten braucht sie dafür. Seit 1918 besteht die Verbindung zwischen Wedel, mittlerweile eine Stadt der Metropolregion Hamburg, und Lühe, ein Ort in der ersten Meile des Alten Landes.

Dort ist der Lühe-Anleger zum Ausflugsziel avanciert. Gründe für einen Aufenthalt gibt es dort viele: Ein Imbiss an einer der vielen Buden, ein Spaziergang über die Deiche, ein Päuschen vom Laufen, Rad-, Motorrad- oder Autofahren auf der Deichkrone – Bänke zum Verweilen sind reichlich vorhanden. Von denen aus sind auch die großen Pötte auf der Elbe zu beobachten, die nach Hamburg fahren oder von dort raus auf die Nordsee. Am Lühe-Anleger haben die jungen Besucher daran sicher Vergnügen. Ihr Grund für einen Aufenthalt am Lühe-Anleger sind sonst der Spielplatz und die Wiese.

Sind die Familien mit dem Drahtesel im Alten Land unterwegs, können sie am Lühe-Anleger in den Elbe-Radwanderbus steigen. Reisen sie mit dem Wohnmobil, können sie auf dem Stellplatz eine Mehrtages-Rast einlegen – direkt an der Elbe, mit Blick auf die Elbe. Oder, fünf Minuten entfernt vom Lühe-Anleger, auf dem Wohnmobil-Stellplatz mit Blick auf den Deich-Wanderweg.

Unweit des Lühe-Anlegers steht das Haus der „Maritimen Landschaft Unterelbe“. Ein würdiger Nachkomme der Seefahrtschule, die im Jahr 2002 ein letztes Mal das Patent für einen nautischen Wachoffizier auf Großer Fahrt aushändigte. Der ist weg, Brückenhaus und Planetarium sind aber noch da für die Ausstellung und – für Hochzeiten.

Ausflugsziel auf der anderen Seite des Stroms, im Wedeler Ortsteil Schulau, ist unter anderem die Schiffsbegrüßungs-Anlage. Einlaufende Schiffe werden am sogenannten Welcome-Point „Willkomm-Höft“ seit 1952 mit ihrer Nationalhymne empfangen, auslaufende werden verabschiedet. Die Hymne ihres Heimatlandes wird aber nur für die gespielt, die mehr als 1000 BRZ (Brutto-Raumzahl) aufweisen. Informationen dazu haben die Begrüßungs-Kapitäne am „Willkomm-Höft“. Sie steuern das Prozedere von ihrer Kommandozentrale aus und berichten den Fährhaus-Gästen, welches Schiff gerade vorbeifährt. 50 große Pötte und mehr passieren die Stelle jeden Tag. Die kleinen Wasserfahrzeuge werden ausschließlich mit einem kurzen Nieder- und Aufholen der Flagge gegrüßt. Der Lühe-Anleger ist ein Startpunkt für die Querung der Elbe, der Cranz-Anleger ist ein weiterer.