Kirschblüte im Alten Land

Obstbäume prägen seit vielen Jahrhunderten das Alte Land an der Elbe. Im Frühjahr tauchen die Blüten den Landstrich südlich von Hamburg in ein rosa-weißes Meer. Die Kirschblüte bildet alljährlich den Auftakt zur malerischen Blütezeit der Kirsch- und Apfelbäume – und markiert zugleich den inoffiziellen Start der Tourismussaison im Alten Land. Rund zwei Wochen lang stehen die Kirschbäume in voller Blüte.

Kirschblüte im Alten Land

Weiße Kirschenblüten blühen an mehr als einer halben Million Obstbäumen

Obstbäume prägen seit vielen Jahrhunderten das Alte Land an der Elbe. Im Frühjahr tauchen die Blüten den Landstrich südlich von Hamburg in ein rosa-weißes Meer. Die Kirschblüte bildet alljährlich den Auftakt zur malerischen Blütezeit der Kirsch- und Apfelbäume – und markiert zugleich den inoffiziellen Start der Tourismussaison im Alten Land. Rund zwei Wochen lang stehen die Kirschbäume in voller Blüte.

Frühling im Alten Land: Wann blühen Kirschblüten?

Die Kirschblüte steht für den Frühlingsanfang und damit zugleich für den Aufbruch. Sie markiert das Ende des Winters und das Wiedererwachen allen Lebens. Die Blütezeit der Obstbäume im Alten Land ist ein mit Spannung erwartetes Ereignis. Abhängig von den Witterungsbedingungen zeigen sich die weißen Kirschenblüten im Alten Land etwa Mitte April. Je milder der Winter, desto früher sprießen die Knospen der Kirschbäume. Wenn sich die Knospe langsam öffnet und die weiße Spitze der Kirschblüte bereits zu sehen ist, im sogenannten Mausohrstadium, wird es spannend. Noch ein paar kräftige Sonnentage und aus eben noch nackten Zweigen sprießen die zarten weißen Kirschblüten. Mitte / Ende April stehen die Kirschbäume im Alten Land in voller Blüte. Nun beginnt der Frühling – und mit ihm die farbenprächtigste Zeit im Alten Land.

Touristenmagnet: Die Kirschblüte im Alten Land

Das Alte Land wird oft als Obstgarten Hamburgs bezeichnet, auch wenn es westlich der Hansestadt im Bundesland Niedersachsen liegt. Es ist das Herzstück der Urlaubsregion im Landkreis Stade. Auch, weil sich hier ländliche Idylle wunderbar mit spannenden Aktivitäten in der Großstadt verbinden lässt. 560.000 Übernachtungsgäste kamen 2022 in den Landkreis, viele davon machten Urlaub im Alten Land. Hinzu kommen die vielen Tagesgäste. 1,3 Millionen waren es vor der Corona-Pandemie allein im Alten Land.

Insbesondere während der märchenhaften Blütezeit lohnt sich ein Ausflug ins Alte Land – Frühlingsgefühle inklusive. Entlang der Elbe breitet sich ein malerisch weißes Blütenmeer aus. Bei einem Spaziergang auf dem Elbdeich genießen Besucher die ersten warmen Tage des Jahres und den besten Blick auf die Farbenpracht der Kirschblüte. Bald darauf folgt auf das Weiß der Kirschblüte auch schon die rosa Blüte der Apfelbäume auf den Obstplantagen. Das Alte Land ist das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Nordeuropas. Insgesamt wachsen hier auf einer Fläche von rund 10.500 Hektar zehn Millionen Obstbäume. Zur Einordnung: Die Kirschen stehen auf rund fünf Prozent der Obstanbaufläche im Alten Land, Äpfel auf 90 Prozent.

Frost zur Kirschblüte: Gefahr für die Kirschenernte

Die zarten Kirschblüten erblühen während der ersten warmen Tage. Wenn nun der Nachtfrost noch einmal zuschlägt, gerät die Kirschenernte in Gefahr. Geschlossene Knospen vertragen Temperaturen bis rund minus vier Grad. Geöffnete Kirschblüten aber erfrieren bei Frost. Minusgrade im Frühjahr können auf den Obstplantagen des Alten Landes verheerende Wirkung haben. Sobald die Temperaturen unter null Grad fallen, schützen die Obstbauern die empfindlichen Kirschblüten mit Wasser. Beregnungsanlagen sprühen einen feinen Nebel auf die Kirschbäume. Das Wasser auf den Kirschblüten gefriert und hüllt sie in einen Eispanzer. Die Blüte im Inneren ist nun vor der Kälte geschützt. Und wenn morgens die Sonne wieder kräftig scheint, legt die Kirschblüte ganz langsam ihren schützenden Eismantel ab – zum Dahinschmelzen schön.

Höhepunkt der Kirschblüte: das Altländer Blütenfest

Wenn Kirschbäume und Apfelbäume in voller Blüte stehen, steigt die Party. Am ersten Mai-Wochenende feiern die Altländer und ihre vielen Gäste die Blütezeit beim alljährlichen Blütenfest in Jork. Es ist das wichtigste Fest des Alten Landes. Es gibt kulinarische Köstlichkeiten aus der Region und Kunsthandwerk, Trachtengruppen tanzen, Shantychöre singen, ein Feuerwerk steigt und es gibt einen prachtvollen Festumzug. Und natürlich wird die Blütenkönigin des Alten Landes gekrönt, der traditionelle Höhepunkt des jährlichen Blütenfestes. Seit 1981 wird die Altländer Blütenkönigin gewählt, die die Region in historischer Tracht, mit kostbarem Schmuck und Blüten-dekorierter Krone ein Jahr lang bei öffentlichen Veranstaltungen repräsentiert. Die Bewerberinnen müssen aus der Region stammen und volljährig sein.

In Japan ist die Kirschblüte ein wichtiges Symbol

Die japanische Kirschblüte, die Sakura, symbolisiert den Neuanfang. Sie steht für perfekte Schönheit und den Aufbruch, aber auch für die Vergänglichkeit des Lebens. Kirschbäume in voller Blüte sind wunderschön anzuschauen. Aber bereits nach wenigen Wochen regnen die zarten Kirschblüten zu Boden und verwelken. Die Kirschblüte erinnert daran, dass das Leben kurz ist. Um die japanische Tradition des Blüten-Betrachtens (Hanami) zu genießen, muss allerdings niemand bis nach Japan reisen. Seit 1968 wird Jahr im Mai auch in Hamburg das japanische Kirschblütenfest gefeiert – inklusive großem Feuerwerk über der Außenalster.

Mit der Obstblüte kommen die Bienen

Während das Alte Land und seine Gäste die Blüte bewundern und feiern, sind auf den Plantagen Millionen emsige Bienen im Einsatz. Sie saugen Nektar aus den Blüten und tragen den Blütenstaub von einer Kirschblüte zur nächsten. Auf diese Weise bestäuben die Bienenvölker die Blüte, die nicht nur schön, sondern auch überaus nützlich ist. Aus den Kirschblüten entwickeln sich nach der Befruchtung die Früchte.

Mit mehr als 3500 Bienenvölkern sichern Imker die Bestäubung. Rund 80 Millionen Honigbienen fliegen im April und Mai durch die Obstbaumplantagen, um die Kirschblüten und Apfelblüten zu bestäuben. Dabei genießen sie besonderen Schutz. Während sie durch die Bäume summen, dürfen auch verträgliche Pflanzenschutzpräparate nicht gesprüht werden. Die Obstbauern des Alten Landes verzichten am Tage auf Dünger oder Pilzbekämpfung und behandeln die offenen Obstblüten erst nach dem täglichen Bienenflug.

Nach der Bestäubung lassen viele Sonnenstunden die Kirschen zu tiefroten drallen Früchten heranreifen. Nach etwa 60 Tagen können die süßen Früchte normalerweise ab Juni geerntet werden. Zum Anbeißen!

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