Das Moor

Die Marsch teilt sich in Hochland, das sich für die Landwirtschaft eignete, und in Sietland, an dessen tiefsten Stellen vor der Geestkante sich Moore bildeten. Menschen bearbeiteten diese Moore beispielsweise für die Torfgewinnung und für die Nutzung als Weidefläche. Ein Großteil der Feuchtflächen haben ihre ursprüngliche Qualität verloren. Aber ein paar Präsentatoren sind da, wie das Kehdinger Moor nordwestlich von Stade und zwischen Oste und Unterelbe, das Aschhorner Moor bei Drochtersen und das weiter entfernt vom Alten Land befindliche Hohe Moor zwischen Oldendorf und Hagenath.

Das Kehdinger und das Hohe Moor sind renaturiert. Was bedeutet, dass die vormals vom Menschen kultivierte Fläche in einen naturnahen Zustand versetzt wird. Dazu musste das Moor wieder vernässt werden. Typische Moorbewohner aus Fauna und Flora sollen ja zurückkehren, nicht typische Tiere und Pflanzen weichen. Kurzum: Freies Feld für Torfmoose, Moorlilien, Moorschmetterlinge und Co. Das Hohe Moor ist Teil von „Natura 2000“, einem Netz von Schutzgebieten in der Europäischen Union. Dessen Fokus ist es, wildlebende Tier- und Pflanzenarten sowie deren Lebensräume zu erhalten. Übrigens: Moore sind gute Wasser- und Kohlendioxidspeicher.

Erkundungen des Moores im und am Alten Land sind für Spaziergänger auf ausgewiesenen Wegen möglich – und per Moorkieker. Das ist eine Lorenbahn, die einst Torf transportierte, dann umgebaut wurde und nun Gäste befördert. Moppel wird sie genannt und fährt durch das Kehdinger Moor. Wie das entstanden ist, was es mit dem Abbau von Torf auf sich hat und mit der Renaturierung, das hören die Moorkieker-Insassen. Und sie sehen, was jetzt schon wieder zum Moor gehört. Moppel ist von April bis Oktober im Einsatz und wird betreut vom Verein zur Förderung von Naturerlebnissen.